Geprägt von der Landschaft und Topografie des Geländes in Yarralumla, entwickelt der Entwurf für die Deutsche Botschaft in Canberra einen repräsentativen und zugleich intimen, poetischen Garten. Das Oval der Rasenfläche und die umgebenden Baumkronen beschreiben auf natürliche Weise einen sanft abfallenden, raumbildenden Bogen. Ein neues Pergoladach ergänzt diesen entstehenden Raum und verbindet sowohl die Gebäude als auch den Naturraum miteinander – eine Metapher für die Beziehung zwischen Deutschland und Australien.
Der dreigeschossige Kanzleineubau und die zweigeschossige Residenz nehmen die Maßstäblichkeit der Umgebungsbauten auf. Die Kanzlei übersetzt den natürlichen Geländesprung in ein Split-Level-System, das kurze Sicht- und Wegeverbindungen im Inneren schafft. Die horizontal umlaufende Vordachkonstruktion mit strukturierter Untersicht und Lichtöffnungen erzeugt vielfältige Zwischenräume für informelle Besprechungen, Pausen und Rückzug.
Die neue Landschaftsarchitektur folgt dem Genius Loci und nutzt Elemente des Monaro Grasslands: Eukalyptusbäume und einheimische Gräser ersetzen die bisherige energie- und wasserintensive Bepflanzung durch einen trockenheitsresistenten Garten. Der Entwurf setzt auf Mischbauweise aus Holz und Hanfkalk für die Obergeschosse, Stahlbeton für Untergeschoss und Kerne. Recyclierte Abrissmaterialien werden im Außenbereich wiederverwendet, Regenwasser vollständig auf dem Grundstück versickert.


