Freiheits- und Einheitsdenkmal

Leipzig

Wettbewerb, 2.Preis 2024 Mit Anna Talent und Grieger Harzer Dvorak .

Das künstlerische Konzept für das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig verbindet vielschichtige historische Symbolik zu einem lebendigen Ort der Erinnerung. Der Entwurf visualisiert mit 70.000 reflektierenden Keramikscheiben die überwältigende Anzahl der Demonstrierenden, die am 9. Oktober 1989 die Sicherheitskräfte der DDR zum Einlenken brachten.

Eine kreisrunde Wasserfläche von 18 Metern Durchmesser bedeckt in den warmen Jahreszeiten die Lichtpunkte am Boden und erzeugt im Zusammenspiel mit Sonne, Wolken und Wind ein sich beständig veränderndes Lichtermeer. Die einzelnen Scheiben stehen symbolisch für die friedlichen Demonstranten, das Wasser für den gewaltfreien Charakter der Revolution. Nachts erstrahlt das Mosaik im warmen Licht hunderter Lichtpunkte – eine Erinnerung an die Kerzen, die damals getragen wurden.

Als klare kreisrunde Form, leicht nach unten gewölbt und sanft in die Landschaft der Wiese der Friedlichen Revolution eingebettet, ist das Denkmal nicht Möbel oder Skulptur, sondern ein eigenständiger Ort mit Strahlkraft. Die ebenerdig zugängliche Gestaltung macht es für alle barrierefrei erreichbar. Konstruktiv bilden keramische Fliesenscheiben in drei unterschiedlichen Durchmessern auf einer Recycling-Betonplatte die trittsichere Oberfläche. Beleuchtung, Sprühnebeldüsen und Wasserspiel sind in das Muster integriert, die technische Ausstattung vandalismussicher in einem Unterflurbauwerk untergebracht.

© Richter Musikowski