GSG Hochhaus

Berlin

Studie 2021

Vertikale Berliner Mischung
Am GSG-Hof in der Helmholtzstraße in Berlin-Charlottenburg entsteht ein 40-geschossiges Hochhaus, das die traditionelle Nutzungsmischung der Berliner Stadtblöcke in die Vertikale überführt. Der Entwurf stapelt fünf unterschiedlich große Blöcke mit jeweils 25 Metern Höhe – orientiert an der Berliner Traufhöhe – zu einem gestaffelten Baukörper, der sich nach oben verjüngt. Die Rücksprünge gliedern das Volumen und schaffen gemeinschaftlich nutzbare Terrassen.

Das Nutzungsprogramm liest sich von unten nach oben: Ein öffentlicher Marktplatz mit Café und Bibliothek im Erdgeschoss, darüber Manufaktur- und Laborflächen mit zweigeschossigen Hallen, gefolgt von flexiblen Co-Working-Etagen und klassischen Büroflächen. In den oberen Geschossen finden sich Wohnungen und Co-Living-Einheiten, gekrönt von einem öffentlich zugänglichen Dachgarten. Dazwischen liegen Gemeinschaftsgeschosse mit Konferenz, Food-Court, Fitness und Freizeit – sie verbinden die Nutzungszonen und fördern Begegnung.

Architektonisch prägend ist die gefaltete Glasfassade, die expressionistische Backsteinarchitektur neu interpretiert und zugleich Sonnenschutz, natürliche Lüftung über Kastenfenster sowie fassadenintegrierte Photovoltaik vereint. Ein Split-Level-System variiert die Raumhöhen je nach Nutzung und erzeugt räumliche Vielfalt statt monotoner Regelgeschosse. Im Bereich der versetzten Decken entstehen begrünte Klimabalkone als Pufferzonen zum Außenraum. Das Energiekonzept setzt auf Bauteilaktivierung, Geothermie und ein Low-Ex-Versorgungssystem für das gesamte Quartier.

© Richter Musikowski