Vielfalt und Toleranz bilden den architektonischen Nährboden für das neue Rathausgebäude in Berlins Mitte. Volumen unterschiedlicher Größe wachsen zu einer Einheit zusammen und werden von einem solaren Gewebe umwoben. Das Haus gibt sich wie die Stadt selbst – authentisch, transparent, ehrlich. Durch präzise gesetzte Vor- und Rücksprünge entsteht ein vielschichtiger Baukörper, der sowohl im Straßenraum als auch in der Höhe spannungsreiche Raumabfolgen erzeugt und die urbane Dramaturgie des benachbarten Hauses der Statistik zu einem sichtbaren Höhepunkt führt.
Im Sockelgeschoss vereinen sich die Teilvolumen zu einer gemeinsamen demokratischen Basis mit öffentlichen Funktionen, begrünten Stadtbalkonen und großen Schaufenstern. Eine einladende Rathaustreppe verbindet Foyer, Ausstellung, Bibliothek und Konferenzbereiche. In den Obergeschossen bieten variierende Dachgärten einzigartige Freiräume und Aussichtspunkte unmittelbar neben den Arbeitsplätzen – die öffentliche Dachterrasse im 15. Obergeschoss ermöglicht einen Panoramarundblick über Berlin.
Das ca. 65 Meter hohe Gebäude basiert auf einem Holzhybrid-Skelett mit Rippen- und Kappendecken aus Holz und Lehm, die rund 37 Prozent Treibhausgasemissionen gegenüber Stahlbeton einsparen. Die Fassade aus Photovoltaik-Modulen dient als Verschattung, Witterungsschutz und Energiequelle. Erdwärmepumpen, natürliche Lüftung und der Einsatz gebrauchter Materialien unterstreichen den Nachhaltigkeitsanspruch.


