Naturerlebniszentrum Stausee

Kelbra

Wettbewerb 1.Preis 2021 Mit Grieger Harzer Dvorak und Gesa von Grote.

Zwei wesentliche Richtungen bestimmen die Form des Naturerlebniszentrums: Mit seiner Auffaltung und dem Terrassenaufgang orientiert es sich zu den Ufern des Stausees, gleichzeitig öffnet es sich in Richtung Straße und Ortseingang. Die hieraus entwickelte Dachform verleiht dem Gebäude eine identitätsstiftende Adresse mit Signalwirkung.

Die Sprache des Baus lässt viele Assoziationen mit der Natur- und Vogelwelt zu, ohne sie direkt zu imitieren: Wie ein Nest bietet das Haus im Schutz des Grüngürtels Raum für erste Begegnungen, die Dachfaltungen erinnern an Flügel, eine fein linierte Holzfassade umschließt den Bau wie ein Gefieder. Großzügige Öffnungen an Nord- und Südfassade bilden schaufensterartige Eingänge und Ausblicke in die Natur. Erst auf der Dachterrasse wird der Blick auf den Stausee und die Wasserfauna freigegeben.

Das Haupttragwerk besteht aus einem Skelettbau in Holzbauweise. Das gestaltprägende Faltdach aus Brettschichtholzträgern orientiert sich an der statischen Notwendigkeit, während die Wandbauteile als traditionelle Holzrahmenkonstruktionen die Verbindung zur Region herstellen. Im Außenraum erinnern spielerisch verteilte Steine, Gräser und Wildstauden an die Naturelemente entlang des Kranichzugs – von skandinavischen Graniten bis zu Gräsern der iberischen Halbinsel. Eine reversible Wärmepumpe mit Erdwärmesonden, Photovoltaik und natürliche Lüftung über Oberlichter sichern einen nachhaltigen Betrieb.

© Grauwald